gehemmte Blutgerinnung

...das Blut ist nicht "dünner", gerinnt aber langsamer...

FAQ?  Gerinnungshemmende Medikamente („Antikoagulanzien“): Ihr Arzt hat Ihnen  Pradaxa, Xarelto, Eliquis  oder Lixiana, Marcoumar oder Sintrom verschrieben!

Die Folge ist eine Herabsetzung der Gerinnungsfähigkeit des Blutes, wodurch potenziell gefährliche Erkrankungen wie Thrombosen oder Embolien verhindert werden können. Bei Vorhofflimmern werden Antikoagulanzien zur Verhinderung von (embolischen) Schlaganfällen verabreicht.

  • Was bedeutet die Einnahme dieser Medikamente für Sie?
  • Was ist der INR?
  • Wer muss wissen, dass ich gerinnungshemmende Medikamente (Antikoagulanzien) einnehme?

Beispiele für Indikationen für blutgerinnungshemmende Substanzen :

  • Vorhofflimmern
  • tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie
  • Herzklappenersatz
  • und andere…

Seit 2011 bis 2017 sind in Österreich  4  neue Substanzen  (Pradaxa, Xarelto, Eliquis und Lixiana) als Alternative zu Marcoumar zugelassen „neue“ oder „direkte“ Antikoagulanzien: „NOAK“ bzw. „DOAK„. Die Substanzen führen  wie Marcoumar zu einer Verzögerung der Gerinnung. Die Therapie ist mit weniger Aufwand überwachbar.   Wir  können  Sie in der Ordination  über den aktuellen Stand informieren. Die Substanzen können bei sehr vielen Indikationen verabreicht werden, nicht aber bei rheumatischen Mitralklappenfehlen oder Metallklappen.

Die Gerinnungsfähigkeit kann mit Marcoumar (Phenprocoumon) herabgesetzt werden; um das Ausmaß der Wirkung optimal in Kontrolle zu haben und um unerwünschte Nebenwirkungen (Blutungen) zu verhindern, muss bei diesem Medikament (nicht bei den neuen Substanzen, siehe oben) regelmäßig die Blutgerinnung überprüft werden: Es gibt dazu verschiedene Tests, die seit ca. 1997 am besten als INR-Wert (international normalized ratio, eine Verhältniszahl) angegeben werden.
Dieser INR wird alle 4-6 Wochen (in der Einstellungsphase öfter) mittels einer Blutabnahme (in meiner Ordination aus der Fingerbeere) kontrolliert. Die Werte werden in einen Gerinnungspass eingetragen. Ebenso wird in den Pass eingetragen, wie der Patient das Medikament einzunehmen hat.

Die neuen Antikoagulanzien werden mit einer Standarddosis, die sich nach verschiedenen Parametern richtet (je nach Substanz 1 oder 2x tgl.) verordnet.

Marcoumar wird im Unterschied zu anderen Medikamenten in einer Wochendosis (die im Pass genau aufgeschlüsselt wird, zum Beispiel Montag und Donnerstag 1/2 Tablette, sonst immer 1 Tablette) verschrieben. Diese Dosis kann sich von Patient zu Patient auch sehr unterscheiden, und selbst bei ein und demselben Patient sich im Laufe der Zeit verändern.

Grundsätzlich sollten Sie bei jeden Arztbesuch mitteilen, dass Sie gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Dies ist vor zum Beispiel wichtig, falls Sie eine Operation vor sich haben oder auch ein Gelenk infiltriert werden muss.

Die häufigsten Fragen sind:

  • Was passiert bei einem Unfall?
  • Mein Chirurg oder  Zahnarzt will einen Eingriff durchführen?
  • Ich werde operiert? Was passiert bei einer Schnittverletzung?
  • Muss ich eine bestimmte Diät einhalten?
  • Muss ich Vitamin K bei mir führen?

Grundsätzlich haben Sie immer den Antikoagulanzienausweis bei sich, sodass ein Ersthelfer bei Durchsicht Ihrer Unterlagen relativ schnell feststellt, welche gerinnungshemmenden Medikamente Sie einnehmen. Im Krankenhaus kann, falls es wirklich notwendig ist,  die Wirkung unterbrochen werden.

Im Falle einer geplanten Operation hängt es immer vom Operateur ab, ob er unter gerinnungshemmenden Medikamenten operieren kann/will. Falls der Operateur auf eine Absetzung des Medikamentes besteht, müssen die neuen Antikoagulanzien je nach Eingriff 1-3 Tage,  Marcoumar in der Regel 7 Tage (bei einzelnen Patienten mehr als 7 Tage) pausiert werden, bevor die Wirkung aufgehoben ist.  DIES DARF NIE OHNE RÜCKSPRACHE MIT DEM BETREUENDEN ARZT ERFOLGEN.

Bei einer Schnittverletzung bluten Sie länger als jemand der kein gerinnungshemmendes Medikament einnimmt,  es kommt aber in der Regel  zu keinem bedrohlichen Blutverlust.

Es ist heute meist nicht mehr notwendig, wegen Therapie mit Antikoagulanzien eine Diät einzuhalten. Vitamin K müssen Sie auch bei Marcoumartherapie nicht bei sich führen.